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Faktencheck: Sind die mRNA-Injektionen Impfungen oder Gentherapie? Beitrag von Paul Schreyer:...

Faktencheck: Sind die mRNA-Injektionen Impfungen oder Gentherapie?

Laut Plänen der Bundesregierung soll in Kürze eine Impfpflicht eingeführt werden. Doch um was für Stoffe geht es genau? In Politik und Medien heißt es, dass die neuartigen mRNA-Präparate – wie etwa „Comirnaty“ von Biontech – Impfstoffe seien, für die deshalb auch ähnliche Regeln und rechtliche Bestimmungen gelten würden, wie für andere bekannte und lange etablierte Impfungen. Kritiker erklären hingegen, es handle sich um „Gentherapie“, die nur deshalb als Impfung bezeichnet würde, um eine strengere gesetzliche Regulierung und hohe Zulassungshürden zu umgehen. Was stimmt?


PAUL SCHREYER, 3. Dezember 2021,

PDF Link:

https://multipolar-magazin.de/media/pdf/faktencheck-impfungen-oder-gentherapie.pdf



Impfen ist etwas Positives, es hält gesund und ist notwendig – dessen sind sich viele Menschen sicher, gerade auch in der Corona-Krise. Zwar handle es sich bei der nun angewandten mRNA-Technologie um ein neues Verfahren, doch könne man bei dessen Bewertung auf die umfassenden Erfahrungen zurückgreifen, die bei anderen Impfungen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gewonnen worden sind. Das Risiko sei überschaubar. Auch sei eine Verpflichtung zur Anwendung der mRNA-Präparate („Impfpflicht“) rechtlich gesehen durchaus im Rahmen des Erlaubten – schließlich gebe es ja auch bereits eine Impfpflicht gegen Masern.


Einschätzungen mehrerer Fachleute wecken nun allerdings Zweifel an dieser Darstellung. So äußerte sich jüngst der Bayer-Vorstand Stefan Oelrich in einer Weise zu den mRNA-Präparaten, die grundlegende Fragen aufwirft. Oelrich ist Leiter der Medikamentensparte des Bayer-Konzerns, die im vergangenen Jahr unter seiner Verantwortung einen weltweiten Umsatz in Höhe von 17 Milliarden Euro erzielte. Zur Eröffnung des jährlich stattfindenden World Health Summit am 24. Oktober in Berlin sprach er neben dem Bundesgesundheitsminister, dem WHO-Direktor, der EU-Kommissionspräsidentin und dem UN-Generalsekretär. In seiner Begrüßungsrede räumte Oelrich ein:


„Die mRNA-Impfungen sind ein Beispiel für Zell- und Gentherapie. Hätten wir vor zwei Jahren eine öffentliche Umfrage gemacht und gefragt, wer bereit dazu ist, eine Gen- oder Zelltherapie in Anspruch zu nehmen und sich in den Körper injizieren zu lassen, dann hätten das wahrscheinlich 95 Prozent der Menschen abgelehnt. Diese Pandemie hat vielen Menschen die Augen für Innovationen in einer Weise geöffnet, die vorher nicht möglich war.“


Die mRNA-Injektionen sind demzufolge keine Impfung in dem Sinne, wie man den Begriff bisher verwandte. Es handelt sich laut Oelrich um Gentherapie, die bis vor kurzem noch in hohem Maße umstritten war.


Auch andere Fachleute schätzen das so ein. Am 2. November, eine Woche nach Oelrichs Erklärung in Berlin, tagte in Washington auf Einladung von Senator Ron Johnson ein Expertengremium, um die Kampagne zur Verabreichung der mRNA-Präparate einzuschätzen. Unter den geladenen Fachleuten befand sich Peter Doshi, Professor für pharmazeutische Forschung im Gesundheitswesen an der University of Maryland sowie Redakteur beim Magazin The BMJ, auch bekannt als British Medical Journal, einem der weltweit renommiertesten medizinischen Fachjournale. Doshi erklärte auf der Tagung:


„Ich bin einer derjenigen Akademiker, die die Ansicht vertreten, dass diese mRNA-Produkte, die jeder ‚Impfstoffe‘ nennt, sich qualitativ von Standardimpfstoffen unterscheiden. Ich fand es erstaunlich zu erfahren, dass das Merriam-Webster Wörterbuch die Definition von 'Impfstoff' Anfang dieses Jahres geändert hat. mRNA-Produkte erfüllten nicht die Definitionskriterien für einen Impfstoff, welche 15 Jahre bei Merriam-Webster galten. Die Definition wurde jedoch so erweitert, dass mRNA-Produkte nun als Impfstoffe gelten.“


Die Wörterbücher von Merriam-Webster entsprechen dem Duden im Englischen Sprachraum. Tatsächlich wurde die Definition dort im Januar 2021, also zu Beginn der weltweiten Impfkampagne, entsprechend geändert (hier die Einträge vor, und nach der Änderung). Doshi knüpfte daran die folgende Frage:


„Wie würden Sie über eine Covid-Impfpflicht denken, wenn wir diese Präparate nicht 'Impfstoffe' nennen würden? Was, wenn diese Injektionen stattdessen als Medikamente bezeichnet würden? Das Szenario lautet dann: Wir haben dieses Medikament und wir haben Beweise, dass es weder eine Infektion verhindert, noch die Virusübertragung stoppt. Das Medikament soll aber das Risiko verringern, schwer zu erkranken und an Covid zu sterben. Würden Sie alle sechs Monate, möglicherweise für den Rest Ihres Lebens, eine Dosis dieses Medikaments einnehmen, wenn das nötig wäre, damit das Medikament wirksam bleibt? Und würden Sie nicht nur selbst das Medikament einnehmen, sondern auch eine gesetzliche Pflicht unterstützen, dass alle anderen Menschen das Medikament ebenfalls einnehmen müssen?


Oder würden Sie sagen: Moment mal – wenn das alles ist, was das Medikament kann, warum verwenden wir stattdessen keine normale Medizin, wie wir sie sonst auch nehmen, wenn wir krank sind und wieder gesund werden wollen? Und warum die Einnahme verpflichtend machen? Der Punkt ist: Nur weil wir es einen Impfstoff nennen, sollten wir nicht annehmen, dass diese neuen Produkte das Gleiche sind, wie alle anderen Kinderimpfungen, die verpflichtend sind. Jedes Produkt ist etwas anderes. Wenn Menschen damit einverstanden sind, etwas verpflichtend zu machen, nur weil es eine Impfung ist und wir auch andere Impfungen verpflichtend machen, dann denke ich, ist es an der Zeit, etwas kritisches Denken in diese Diskussion einzubringen.“


Gesetzesänderung machte Gentherapie zur „Impfung“

Wie ist die Rechtslage in Deutschland? Wo ist definiert, was als Impfung gelten kann und was nicht? Die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages haben dazu im Januar 2021 eine fachliche Einordnung vorgelegt, in der es mit Verweis auf EU-Richtlinie 2001/83/EG heißt, dass „Arzneimittel, die mRNA enthalten, als Gentherapeutika zu klassifizieren“ sind. Davon gebe es jedoch eine Ausnahme, nämlich „Arzneimittel mit mRNA, die Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten sind“.


Wie erklärt sich diese Ausnahme? Eine Recherche zeigt, dass sie sich auf eine Gesetzesänderung im Jahr 2009 zurückführen lässt. Vor dieser Änderung hieß es in Paragraf 4 des deutschen Arzneimittelgesetzes:


„Impfstoffe sind Arzneimittel (...), die Antigene enthalten und die dazu bestimmt sind, bei Mensch oder Tier zur Erzeugung von spezifischen Abwehr- und Schutzstoffen angewendet zu werden.“


2009 änderte sich das. Im März jenen Jahres, kurz vor Ausbruch der Schweinegrippe, legte die Bundesregierung einen Gesetzentwurf „zur Änderung arzneimittelrechtlicher Vorschriften“ vor, der unter anderem notwendig sei, um das Arzneimittelgesetz an eine europäische Verordnung anzupassen, die den Umgang mit neuartigen Gentherapeutika regelte. Die verantwortliche Gesundheitsministerin war damals Ulla Schmidt (SPD). In dem 72-seitigen Gesetzentwurf versteckte sich auf Seite 10 folgender unscheinbarer und ohne weiteren Kontext schwer verständlicher Änderungsvorschlag:


„In Absatz 4 werden nach dem Wort 'Antigene' die Wörter 'oder rekombinante Nukleinsäuren' und vor dem Punkt am Ende die Wörter 'und, soweit sie rekombinante Nukleinsäuren enthalten, ausschließlich zur Vorbeugung oder Behandlung von Infektionskrankheiten bestimmt sind' eingefügt.“


Zur Erläuterung: Der Begriff „rekombinante Nukleinsäuren“ umfasst auch künstlich hergestellte mRNA. Der Gesundheitsausschuss des Bundestages empfahl im Juni 2009 den Abgeordneten, den 72-seitigen Änderungsentwurf der Regierung anzunehmen. Obmann der CDU im Ausschuss war zu der Zeit Jens Spahn. Der Entwurf wurde kurz danach, im Juli 2009, vom Bundestag beschlossen und damit zu geltendem Recht erklärt. Seither lautet Paragraf 4 des Arzneimittelgesetzes wie folgt (die neuen Ergänzungen sind fett hervorgehoben):


„Impfstoffe sind Arzneimittel (...), die Antigene oder rekombinante Nukleinsäuren enthalten und die dazu bestimmt sind, bei Mensch oder Tier zur Erzeugung von spezifischen Abwehr- und Schutzstoffen angewendet zu werden und, soweit sie rekombinante Nukleinsäuren enthalten, ausschließlich zur Vorbeugung oder Behandlung von Infektionskrankheiten bestimmt sind.“


Ohne diese politisch bestimmte Definitionsänderung würden die mRNA-Präparate, deren verpflichtende Anwendung aktuell geplant wird, rechtlich nicht als Impfungen sondern als Gentherapeutika gelten. Der Mediziner Wolfgang Wodarg, damals Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages, erklärte auf Nachfrage gegenüber Multipolar, dieses Detail der Gesetzesänderung sei auch ihm damals nicht bekannt gewesen. Der Beschluss sei, so Wodarg, „in der letzten Sitzung vor der Wahlkampf-Sommerpause ohne jede Debatte“ gefallen.


Ergänzend änderte die EU-Kommission im September 2009, eine Richtlinie „im Hinblick auf Arzneimittel für neuartige Therapien“. In dieser findet sich seither folgende Begriffsbestimmung:


„Unter einem Gentherapeutikum ist ein biologisches Arzneimittel zu verstehen, das folgende Merkmale aufweist: Es enthält einen Wirkstoff, der eine rekombinante Nukleinsäure enthält (...) Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten sind keine Gentherapeutika.“


Wachstumsmarkt mRNA-Medikamente

Neuartige Gentherapien mit mRNA-Arzneimitteln werden auch deshalb in den letzten Jahren von den Herstellern massiv vorangetrieben, um starke Umsatzeinbrüche im Marktsegment der patentgeschützten Medikamente auszugleichen. Die Ärztezeitung schrieb dazu im Februar 2021:


“Bis 2023 werden die Erlösrückgänge der Pharmaindustrie durch Patentabläufe weltweit auf mehr als 121 Milliarden US-Dollar geschätzt, davon 95 Milliarden US-Dollar allein in den USA. (…) Besonders vielversprechend ist ein Gegensteuern der pharmazeutischen Industrie mit Innovationen. Die sich abzeichnenden neuartigen Therapieoptionen (zum Beispiel mRNA, bi-spezifische Antikörper, Gentherapie) lassen nicht nur Patienten hoffen, sondern werden bei erfolgreicher Zulassung auch die Umsatz- und Gewinnkurven der Hersteller neue Höhen erklimmen lassen. Denn bei verbesserter Wirksamkeit und geringeren Nebenwirkungen spielt der Preis des Medikaments eine eher untergeordnete Rolle, zumindest bei geringem oder noch nicht vorhandenem Wettbewerb. Von steigenden (Aktienkurs-) Kurven können auch Investoren profitieren, die frühzeitig auf den richtigen Branchenfonds gesetzt haben.“


Biontech: „Neuartige und noch nie dagewesene Kategorie von Therapeutika“

Das Unternehmen Biontech hatte vor der Corona-Krise so gut wie keine Erfahrung mit Impfstoffen. Man forschte dort bis 2019 vor allem an individualisierten mRNA-Immuntherapien für Krebspatienten. Zwar hatte 2018 eine Zusammenarbeit mit Pfizer begonnen um eine mRNA-„Impfung“ gegen die Grippe zu entwickeln, doch das Projekt steckte bis zur Corona-Krise – und steckt bis heute – noch in den Anfängen. Laut Unternehmensangaben von Ende 2019 befand man sich zu jenem Zeitpunkt mehr als ein Jahr vom Beginn der ersten klinischen Studien entfernt. Tatsächlich begannen die ersten klinischen Studien zu einem mRNA-Präparat, das gegen Grippe schützen soll („BNT 161“), erst im September 2021, drei Jahre nach der Ankündigung.


Im Oktober 2019 ging Biontech in den USA an die Börse um weiteres Investorenkapital einzusammeln. Aus diesem Anlass erläuterte das Unternehmen in einem umfangreichen Geschäftsbericht offen die „Risiken im Zusammenhang mit unserem Geschäft“:


„Unseres Wissens gibt es derzeit keinen Präzedenzfall für eine mRNA-basierte Immuntherapie, wie die, die wir entwickeln, die von der [US-Arzneimittelbehörde] FDA, der Europäischen Kommission oder einer anderen Aufsichtsbehörde anderswo auf der Welt zum Verkauf zugelassen wurde. (…) Die von uns entwickelten Produktkandidaten könnten nicht oder nur mäßig wirksam sein oder unerwünschte oder unbeabsichtigte Nebenwirkungen, Toxizitäten oder andere Eigenschaften aufweisen, die eine Marktzulassung verhindern oder die kommerzielle Nutzung einschränken könnten. (…)


Die Entwicklung von mRNA-Arzneimitteln ist mit erheblichen klinischen Entwicklungs- und Zulassungsrisiken verbunden, da es sich um eine neuartige und noch nie dagewesene Kategorie von Therapeutika handelt. Als potenzielle neue Kategorie von Therapeutika wurden unseres Wissens bisher keine mRNA-Immuntherapien von der FDA, der EMA oder einer anderen Aufsichtsbehörde zugelassen. (…) Bis heute gab es noch keine Phase-3-Studie für ein mRNA-basiertes Produkt oder ein kommerzielles mRNA-basiertes Produkt. (…) Derzeit wird mRNA von der FDA als Gentherapieprodukt betrachtet.“


Soweit die Biontech-Eigendarstellung vom Oktober 2019.


Fazit

Die Annahme, mRNA-Präparate, wie das von Biontech, seien Impfstoffe, basiert auf einer politischen Definitionsänderung, die ohne parlamentarische Debatte und versteckt in einem 72-seitigen Änderungsantrag vor 12 Jahren beschlossen wurde. Die beiden Beschlüsse der EU-Kommission und des Bundestages von 2009 ermöglichen es den Herstellern von mRNA-Präparaten, die strengere gesetzliche Regulierung für Gentherapeutika zu umgehen, solange sie erklären können, dass die Mittel sich gegen Infektionskrankheiten richten. Faktisch handelt es sich jedoch um Gentherapie beziehungsweise um ein gentechnisches Medikament.

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Überaus Interessamt - Interview mit Dr. Reuther. War leitender Arzt im KLINIKUM Saalfeld und lebt heute in Coburg.

Dieser Mitschnitt ist vom Bayrischen Rundfunk, dem Privatsender Radio München. Der Sprecher ist Dr. med. Gerd Reuther, ehem. Chefarzt und Facharzt für Radiologie. Träger des Eugenie-und-Felix Wachsmann Preis der deutschen Röntgen Gesellschaft. Er ist u.a. anerkannter Medizinhistoriker!

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Transhumanismus: WEF-Gründer Schwab prophezeit "Verschmelzung physischer und digitaler Identität"

Bereits seit geraumer Zeit ist vom "Great Reset" die Rede. Als Vordenker gilt Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums. Die Corona-Krise solle Startschuss sein für die "Vierte Industrielle Revolution", bei der digitale Innovationen und Technologie eine Schlüsselrolle spielen.

Wer weiß schon, was die Zukunft bringt? Diese Binsenweisheit hat durchaus auch etwas Beruhigendes. Sie erinnert daran, dass die Zukunft nicht in Stein gemeißelt, nicht vorhersehbar ist und dass vom Heute nicht zwangsläufig auf das Morgen geschlossen werden kann. Nur wenige Dinge der menschlichen Existenz sind unabwendbar. Die Zukunft verläuft nicht linear, sie ist auch geprägt von Brüchen und unvorhergesehen Ereignissen.

Ein Mann sieht das allerdings ganz anders: Klaus Schwab. Die globale Corona-Krise und die dadurch angerichteten sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Verwüstungen stellen für ihn, den Mastermind hinter dem sogenannten "Great Reset", ein einmaliges "Fenster der Möglichkeiten" (window of opportunity) dar.


Die einzigartige Möglichkeit besteht darin, auf den Trümmern von Millionen Existenzen eine neue Weltwirtschaftsordnung aufzubauen, die zugleich "grün", "inklusiv" und "digital" sein solle: die "Vierte Industrielle Revolution". Sie soll die sich global jetzt erst recht zuspitzenden Probleme lösen.


Im Juli dieses Jahres veröffentlichte Schwab (gemeinsam mit Thierry Malleret) ein Buch zum Thema ("The Great Reset", "COVID-19. Der große Umbruch"). Doch bereits Jahre zuvor hatte es ihm als dem Gründer des Weltwirtschaftsforums (WEF) diese Idee angetan.


Es ist dringend notwendig, dass die globalen Akteure bei der gleichzeitigen Bewältigung der direkten Folgen der COVID-19-Krise zusammenarbeiten. Um den Zustand der Welt zu verbessern, startet das Weltwirtschaftsforum die Initiative 'The Great Reset' ", heißt es beim WEF zu dem Thema.


Der "Great Reset" ist dabei nach Lesart Schwabs verknüpft mit der Idee des "Transhumanismus".


Die internationale Bewegung und Denkrichtung [des Transhumanismus] sucht nach Möglichkeiten, die biologischen Grenzen der Menschen durch den Einsatz von Technologie und Wissenschaft zu verändern und zu überwinden. Transhumanisten gehen davon aus, dass die nächste Evolutionsstufe der Menschheit durch die Fusion mit Technologie erreicht wird", heißt es zum Begriff des Transhumanismus unter zukunftsinstitut.de.


Für Schwab stellt diese Entwicklung eine gar nicht mehr zu hinterfragende Entwicklung dar, sie sei vielmehr integraler Bestandteil der "Vierten Industriellen Revolution".


Die 'Vierte Industrielle Revolution' wird zu einer Verschmelzung unserer physischen, digitalen und biologischen Identität führen", erklärte Schwab jüngst vor dem Chicago Council on Global Affairs.


Auch zum Thema der Zukunft der nächsten industriellen Revolution veröffentlichte Schwab sein Buch "Die Vierte Industrielle Revolution" im Jahr 2016 zunächst auf Englisch, das noch im selben Jahr auch auf Deutsch erschien. In diesem Buch legte Schwab bereits Wert darauf, dass es gelte, die neuen disruptiven Technologien zum Wohle der Menschheit und Umwelt einzusetzen. Es gelte, unter anderem zu ergründen, "wie und wo in diesen neuen Technologien menschliche Werte einfließen und wie sie so gestaltet werden können, dass sie das Gemeinwohl, die ökologische Verantwortung und die Menschenwürde fördern", schrieb Schwab auch damals schon.


Auch in seiner Rede vor dem Chicago Council on Global Affairs kam der zweifache Doktor (der technischen Wissenschaften und der Wirtschaftswissenschaften) nun mit einigem Stolz wieder auf sein schriftliches Werk zu sprechen. So sei sein Buch "Shaping the Future of the Fourth Industrial Revolution" weltweit über eine Million Mal über den Ladentisch gegangen. Schwab hob hervor, dass allein 800.000 Exemplare in drei bemerkenswerten Ländern verkauft worden seien: in China, Südkorea und Japan.


Allein das koreanische Militär, unterstrich der WEF-Gründer, habe 16.000 Exemplare erstanden. Der Grund dafür läge auf der Hand:


Weil die 'Vierte Industrielle Revolution' auch erhebliche Auswirkungen auf die moderne Kriegsführung haben wird", so Schwab.


In seinem Buch führt er zudem aus, wie es die neuen digitalen Technologien Behörden ermöglichen werden, etwa auch "in den bisher privaten Raum unseres Geistes einzudringen, unsere Gedanken zu lesen und unser Verhalten zu beeinflussen".


Schwab sagt voraus, dass dies den Strafverfolgungsbehörden ermöglichen werde, Programme zur Verbrechensvorhersage zu implementieren. In der Tat werden derlei Technologien bereits getestet, basierend vor allem auf Auswertung von Big Data mittels Ansätzen der Künstlichen Intelligenz (KI).


In dem Maße, wie sich die Fähigkeiten in diesem Bereich verbessern, wird die Versuchung für Strafverfolgungsbehörden und Gerichte zunehmen, Techniken einzusetzen, um die Wahrscheinlichkeit krimineller Aktivitäten zu bestimmen, die Schuld zu bewerten oder möglicherweise sogar Erinnerungen direkt aus den Gehirnen der Menschen abzurufen", schreibt Schwab.


Selbst "das Überschreiten einer Landesgrenze könnte" es eines Tages erforderlich machen, "einen detaillierten Gehirnscan" bei Personen vorzunehmen, um deren Risikopotenzial "einzuschätzen".


Tatsächlich haben einige von uns bereits das Gefühl, dass unsere Smartphones zu einer Erweiterung unserer selbst geworden sind. Die heutigen externen Geräte – von tragbaren Computern bis hin zu Virtual-Reality-Headsets – werden sich mit ziemlicher Sicherheit in unseren Körper und unser Gehirn implantieren lassen", stellt Schwab als Entwicklung im Rahmen der von ihm postulierten "Vierten Industriellen Revolution" fest.


Auch die gern nur in Kreisen von Verschwörungstheoretikern verortete Diskussion um "aktive implantierbare Mikrochips, die die Hautbarriere unseres Körpers durchbrechen", fehlt nicht in Schwabs Ausführungen darüber, was der Menschheit offensichtlich geradezu unausweichlich bevorsteht.


So spricht er über die Entwicklung "implantierter Geräte, (die) wahrscheinlich auch dazu dienen werden, Gedanken, die normalerweise verbal über ein 'eingebautes' Smartphone ihren Ausdruck finden, und möglicherweise unausgesprochene Gedanken oder Stimmungen durch das Lesen von Gehirnströmen und anderen Signalen zu kommunizieren".


Es läuft – den Ausführungen Schwabs nach zu urteilen – genau auf das hinaus, was Raymond "Ray" Kurzweil – ein Pionier in der KI-Forschung und der sogenannte Kopf der transhumanistischen Bewegung – als die nahende "Singularität" beschreibt. Also eine Entwicklung bis zu jenem Moment, in dem die KI mit der menschlichen Intelligenz gänzlich verschmilzt. Dieser Guru der jahrzehntealten Idee eines Transhumanismus ist nicht irgendwer, sondern Kurzweil ist heute Leiter der technischen Entwicklung beim Internetkonzern Google. Dieses Unternehmen ist also damit alles andere als schlecht darauf vorbereitet, selbst ein Treiber des Schwabschen "Great Reset" und damit der "Vierten Industriellen Revolution" zu werden.


Jetzt scheint es aber in sehr schnellen Schritten voran zu gehen. Ursula von der Leyen macht jetzt schon völlig offen Werbung für den "Great Reset" als neue Gesellschaftsform.Wer es immer noch nicht glaubt kann es sich hier selbst anhören. Die Masken fallen...

https://t.co/zgPkuoO2tY

November 23, 2020


Schwab selbst konstatiert lediglich, Zweifel oder gar Kritik an der prophezeiten Entwicklung werden in seinen Ausführungen nicht laut. Er ist in dem Sinne ein Befürworter des Transhumanismus, als dass er ihn als unausweichlich ansieht und nicht grundsätzlich hinterfragt. Daher geht es ihm in allererster Linie darum, die Menschheit und insbesondere auch die gesellschaftlichen sowie politischen "Stakeholder" dazu zu animieren, nun "die Zukunft der 'Vierten Industriellen Revolution' aktiv mitzugestalten".


Und längst hat die Botschaft dieses "Großen Umbruchs" ihren Weg in die Köpfe auch der politischen Elite gefunden – nämlich über das Weltwirtschaftsforum WEF. So war es etwa der kanadische Premierminister Justin Trudeau, der während einer UN-Videokonferenz jüngst von COVID-19 ebenfalls als der "Möglichkeit für einen Umbruch" (opportunity for a reset) sprach.


Und auch in deutschen Politikerkreisen ist die Vision Schwabs längst angekommen. So äußerte sich unter anderem vor wenigen Tagen auch die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen während einer Dialog-Veranstaltung des WEF zum "Great Reset" sehr positiv über diesen.


Seit dem Beginn der Pandemie konnten wir eine Explosion bei der digitalen Innovation und dem Gebrauch von Technologie beobachten. Sie ermöglichten es Fabriken, weiterhin geöffnet zu bleiben. Sie ermöglichten es Unternehmen, ihre Produkte zu verkaufen (…) wir müssen mit dieser Veränderung Schritt halten. Das bedeutet, wir werden ein neues Regelwerk für die digitale Wirtschaft und die digitale Gesellschaft brauchen. Die Notwendigkeit für globale Kooperation und die Beschleunigung des Wandels werden beide Treiber des 'Great Reset' sein. Und ich sehe das als eine beispiellose Möglichkeit", erklärt von der Leyen.


Schon bald werden die großen Wirtschaftslenker und politischen Führungspersönlichkeiten der Welt Gelegenheit dazu haben, sich über ihre gemeinsame Zukunftsvision noch intensiver auszutauschen. Unter dem Motto "The Great Reset" soll Anfang des kommenden Jahres ein Zwillingsgipfel zum 51. Weltwirtschaftsforum stattfinden.

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Lisa Fitz: "Ich bin weder rechts noch links"

Kurz vor Weihnachten reagierte die Kabarettistin Lisa Fitz erstmals auf die Kontroverse um ihren Auftritt in der ARD-Sendung "Spätschicht". Auf ihrer autorisierten Facebook-Seite ging sie auf die Kritik ein und verteidigte das Recht der Satire, sich in gesellschaftliche Debatten einzumischen.

Seit einer Woche steht die Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin Lisa Fitz unter teilweise aggressiver Kritik durch die deutsche Mainstream-Presse. Zuvor hatte die Satirikerin bei einem Auftritt in der vom Südwestdeutschen Rundfunk produzierten Sendung "Spätschicht" die wiederholt wechselnden Äußerungen der Politik in der Corona-Krise und die Verstrickungen zwischen der Politik und der Pharmaindustrie satirisch verarbeitet. Die Kritiker fokussieren sich insbesondere auf die Behauptung bei diesem Auftritt, an Impfkomplikationen seien EU-weit 5.000 Menschen gestorben. 

In ihrem am Donnerstag veröffentlichten Facebook-Post bedauerte Fitz, dass sie bei der Nennung dieser Zahl nicht klargestellt habe, dass es sich dabei um Verdachtsfälle und nicht um unzweifelhaft erwiesene Folgen einer Impfung handele. Das sei aber auch die einzige Ungenauigkeit an ihrem Auftritt gewesen – und das einzige, was sie bedauere. Solange der Verdacht bestehe, dass die 5.000 Todesfälle auf Nebenfolgen von Impfungen gegen COVID-19 zurückzuführen seien, könne niemand behaupten, dass diese Zahl "nachweislich falsch" sei, so die Kabarettistin in ihrer Stellungnahme. 

Sie sei keine Impfgegnerin und keine Corona-Leugnerin, weder rechts noch links, und auch keine Verschwörungstheoretikerin, schrieb Fitz. Ihr gehe es darum, Debatten loszutreten und zu erreichen, dass über alle Aspekte der Pandemie und der Impfungen transparent berichtet werde.

Die Löschung ihres Auftritts durch die ARD bedauerte sie. Ihren Fans versprach die Kabarettistin, sie werde auch weiterhin "den Finger in die Wunden legen" und mit diesem Finger auf diejenigen zeigen, die "selbstverliebt und selbstgerecht" ihre Posten für die Erzielung eigener Vorteile nutzen. 

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